Aufgaben­orientierte Qualitäts­arbeit

Arbeitsqualität definieren und entwickeln

Organisationen und ihre Mitarbeiter/innen haben den hohen Anspruch, Arbeitsleistungen in guter Qualität zu erbringen. Doch wie kann gute Arbeitsqualität definiert und erreicht werden? Bei der Antwort auf diese Frage lassen sich in Wissenschaft und Praxis vier unterschiedliche Perspektiven erkennen:

  1. Ganzheitliche Perspektive
    
Qualitätsmanagement-Modelle wie die Din ISO 9001 oder EFQM/CAF beziehen sich auf die Organisation insgesamt und liefern standardisierte Ansatzpunkte zur Qualitätsverbesserung. Durch den Anspruch, Gültigkeit für die gesamte Organisation und Organisationen unterschiedlicher Art zu haben, sind diese Modelle oft unspezifisch und wenig differenziert und daher für einige Organisationen überfordernd.
  2. Themenbezogene Perspektive
    Viele Führungskräfte greifen Themen wie Führung oder Personalentwicklung auf, um an der Qualität in ihrer Organisation zu arbeiten. Diese fokussierte Betrachtung kann angrenzende Themenfelder aus dem Blick verlieren, weil Qualitätsentwicklungen zum Teil unstrukturiert nebeneinander stehen.
  3. Verfahrens- und instrumentenbezogene Perspektive
    
Um die Qualität in der Organisation zu steigern, werden Unterstützungsinstrumente oder Verfahren verbessert. Häufig werden relevante Kontextaspekte außer Acht gelassen, wenn beispielsweise Controlling-Systeme, Leitbilder oder Prozessbeschreibungen für Qualität stehen: Diese Perspektive birgt die Gefahr, Qualität nicht konkret genug zu beschreiben.
  4. Aufgabenorientierte Perspektive
    
Diese Perspektive setzt an im Kern der Organisation, bei ihren Aufgaben. Sie fragt: „Was genau ist Qualität bei Aufgabe XY?“ und erreicht eine direkte Auseinandersetzung mit der Ergebnisqualität. Die konkrete Aufgabe ist der Ausgangspunkt für die Prüfung, welche qualitativen Voraussetzungen bei Themen wie Führung oder Personal vorliegen müssen: Erst dann wird geprüft, welche Instrumente und Verfahren helfen können, die Qualität in der Aufgabenerledigung zu verbessern.
Aufgabenorientierte Qualitätsarbeit
Aufgabenorientierte Qualitätsarbeit

Die Qualität der Aufgaben in den Blick nehmen

Wiewohl ganzheitliche Betrachtungen, Verfahren und Aufgaben bei allen vier Perspektiven auf Qualität eine Rolle spielen: Die aufgabenorientierte Perspektive hat den entscheidenden Vorteil, dass sie den Blick konkret auf die Qualität der anstehenden Aufgaben richtet – in allen relevanten Bereichen.

gfa | public hat den Ansatz der aufgabenorientierten Qualitätsarbeit entwickelt und für unterschiedliche Organisationen und Teileinheiten ausgearbeitet.

  • Qualität wird organisationsspezifisch definiert: Ausgangspunkt sind exakt jene Aufgaben, die eine Organisation zu erledigen hat.
  • Die Unterschiedlichkeit der Bereiche wird anerkannt, weil Qualität in administrativen Diensten anders realisiert wird als in Fachbereichen.
  • Aufgabenorientierte Qualitätsarbeit kann eine, mehrere oder alle Aufgaben einer Organisation umfassen.
  • Ein flexibler Einstieg in die Qualitätsarbeit ist möglich: Die Organisation entscheidet, welche Aufgaben betrachtet werden sollen und welche gegebenenfalls nicht.
  • Unterschiede sind gewünscht und werden auf Aufgabenebene gehandhabt – das macht auch Lernen von Anderen einfacher möglich.
  • Der Wert der verschiedenen Verfahren der Qualitätsarbeit wird daran gemessen, ob sie zur Erfüllung einer Aufgabe und zur Qualitätsverbesserung beitragen können oder Qualitätseinbußen verringern.
Prüfschema Aufgabenorientierte Qualitätsarbeit
Prüfschema Aufgabenorientierte Qualitätsarbeit