Inhouse-Maßnahmen als Antwort auf Herausforderungen im Jobcenter (2013)

Nachdem großzügige Maßnahmen gegen die Finanzkrise die Vorjahre geprägt hatten, mussten sich die Jobcenter 2013 unter veränderten Rahmenbedingungen einrichten: Fallende Eingliederungstitel (EGT)-Mittel pro Kopf, weiterhin knappe Personalressourcen, unverändert hohe Zahlen an Langzeitbeziehenden, weniger Freiräume und Maßnahmen-träger durch die Instrumentenreform 2012 und wachsende Qualitätsansprüche der Träger vor Ort.

Trotzdem blieb die goldene Regel der Integration in Kraft: Mehr Zeit schafft mehr Integrationen. Unter den genannten Bedingungen schien jedoch ein niedrigerer Betreuungsschlüssel schwierig zu erzielen. Mit Hilfe eines zertifizierten Trägerbereichs konnten Jobcenter Maßnahmen inhouse mit EGT-Mitteln umsetzen. Gleichzeitig waren Kundeninnen und Kunden schneller und passgenauer zuzusteuern, die Inhalte einfacher anzupassen und die Ergebnisse besser zu kontrollieren. Wie Inhouse-Maßnahmen funktionieren und umzusetzen sind, zeigten folgende Vorträge auf drei Veranstaltungen im Juli und Juni 2013:

  • Sackgasse – ja oder nein? Inhouse-Maßnahmen als Antwort auf aktuelle Heraus-forderungen im Rechtskreis SGB II
  • Rechtliche und finanzielle Abbildung von Inhouse-Maßnahmen in eigener Trägerschaft im Jobcenter
  • Von hervorragenden Plänen und alltäglichen Kompromissen – Inhouse-Maßnahmen in der Praxis in den Landkreisen Leer und Verden
  • Zertifizierung von Jobcentern nach Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung (AZAV) und Umsetzungsmöglichkeiten

Auf Grundlage der Vorträge diskutierten insgesamt mehr als 80 Mitglieder der Geschäfts-führung und Führungskräfte aus 60 Jobcentern die Vor- und Nachteile von Inhouse-Maßnahmen: Von Vorteil und geeignet seien sie vor allem mit dem Ziel der Vermittlung und der Verbesserung des Bewerbungs- und Stellensuchverhaltens. Für Maßnahmen zum Aufbau, Ausbau und Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit wurden die Kosten für die Einführung als zu hoch angesehen. In der Gesamtbetrachtung entscheiden die Rahmen-bedingungen darüber, ob Inhouse-Maßnahmen erforderlich sind.

Fazit: Je

  • eintöniger die Trägerlandschaft,
  • schwieriger das Verhältnis zu den Maßnahmenträgern,
  • formalistischer die Ausschreibungspraxis und
  • knapper der Fallschlüssel bzw. die Ressourcen vor Ort,

desto sinnvoller können Inhouse-Maßnahmen die Arbeit im Jobcenter ergänzen.

Bei Interesse an weiterführenden Informationen wenden Sie sich bitte an Frau Corinna Funke (Senior Beraterin).

E-Mail: cf@gfa-public.de